Das Lied zur Laute gehört zweifellos zu den intimsten musikalischen Formen überhaupt. Insofern besteht zunächst ein Widerspruch zwischen historischer kammermusikalischer Intimität und gegenwärtiger konzertanter Präsentation, der aufgelöst werden muss.
Das Duo Cansonare überbrückt diesen Gegensatz durch die nicht nur musikalische Gestaltung seiner Konzerte: Daniell Fourie und Ulf Dressler erklären, was sie tun. Dazu besteht allein schon deswegen begründeter Anlass, weil das Begleitinstrumentarium vom arabischen Oud, über die Vihuela bis hin zu fast sämtlichen Spielarten der europäischen Laute zum Einsatz kommt. Mit der gelegentlich verwendeten Harfe und dem Virginal, beides Instrumente, die Daniell Fourie spielt, erweitert sich dieser Bereich obendrein.
Damit ist auch der musikalische Bogen erkennbar, der sich über das Konzert des Duos spannt: Das spätmittelalterliche Liebeslied, die spanische Romanze, das italienische Madrigal, das englische Lautenlied und das französische Air de Cour haben ihren Schwerpunkt genauso, wie die monodischen Canzonen des Frühbarock und spätbarocke Gesangsstücke. Diese Vielseitigkeit verspricht musikalische Kurzweil und einen informativen Streifzug von der Renaissance bis zum Barock.