Foto: Angelika Wehrmann, Glückstadt

Die Orgel

Die Orgel der Stadtkirche hat eine wechselvolle Geschichte.

Die erste Orgel wurde zwischen 1662 und 1665 von Berend Hueß aus Celle und seinem Vetter Arp Schnitger erbaut. Mängel wurden mehrfach durch Arp Schnitger behoben, bis sie 1881 als unreparierbar abgebrochen wurde. Der barocke Orgelprospekt wurde an die Kirche in Burg auf der Insel Fehmarn verkauft. Die neue Orgel lieferte die Firma Schlag und Böhmer aus Schweidnitz. Diese tat dann bis 1962 ihre Dienste. In diesem Jahr baute die Firma Kemper und Sohn aus Lübeck die dritte Orgel für die Kirche. Sie hat 30 Register, 3 Manuale und Pedal. Der heutige Prospekt ist einfach.

Die Reformation hat die Kirchemusik verändert. Durften bis dahin nur Mönche und Priester singen, war nun die ganze Gemeinde mit eingebunden. Die Orgel dagegen war bei den Reformatoren umstritten. Luther gab schließlich auch dem Orgelspiel seinen Segen: Wenn es hilfreich und förderlich sei, das Evangelium aufzunehmen, und "um des jungen Volkes willen", sollten seinetwegen die Glocken läuten, die Orgeln pfeifen und alles klingen, was klingen kann.

Heute ist die Musik - gerade auch die Orgelmusik - aus den christlichen Kirchen nicht mehr weg zu denken. Und das völlig zu recht: Musik kann zum Medium religiöser Erfahrung werden, in vielen Bereichen des christlichen Lebens hat sie ihren Ort und entfaltet ihr Charisma.