Glückstadt

Glückstadt wurde 1617 von Christian IV. (König von Dänemark und Norwegen und Herzog von Schleswig und Holstein) gegründet, um dem wachsenden Hamburg einen Gegenpol zu bieten. Der Ort sollte eine uneinnehmbare Festungs- und Hafenstadt an der Unterelbe werden. Der Name Glückstadt und die Fortuna im Wappen standen sinnbildlich für diesen Plan

„Dat schall glücken und dat mutt glücken, und denn schall se ok Glückstadt heten!“

(Christian IV.).

Der König versuchte, neue Einwohner durch das Versprechen der Religionsfreiheit zu gewinnen. Die ersten Einwohner übersiedelten wegen der kostenlos zur Verfügung gestellten Baugrundstücke und Steuerfreiheiten aus den Städten der näheren Umgebung in die neue Stadt. 1619 erhielten aus Portugal vertriebene und anfangs nach Holland geflüchtete sephardische Juden ein Privileg für die Ansiedlung in Glückstadt. Ab 1620 kamen die ersten zusammen mit aus Holland wegen des spanisch-niederländischen Krieges geflüchteten Reformierten. Beide Exulantengruppen sind in den Gründungsjahren Glückstadts bis Anfang der 1640er Jahre wichtige Impulsgeber für die Wirtschaft der Stadt. Nach 1644/1648, also nach Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen während des Dreißigjährigen Krieges verließen die meisten Exulanten Glückstadt, das jetzt fast ausschließlich eine Festungs-, Residenz- und Verwaltungsstadt wurde. Der Stadtkern ist bis heute ein Musterbeispiel für eine auf dem Reißbrett entworfene Fürstenstadt der Neuzeit.

Das Stadtgebiet, das häufig von der Elbe überschwemmt wurde, musste erst eingedeicht und trockengelegt werden. Die Mündung des Rhin wurde als Hafen ausgebaut. Mit Glaubensfreiheit und Handelsprivilegien warb Christian IV. um Einwohner für Glückstadt. Das hatte zur Folge, dass sich Glaubensverfolgte aus vielen Ländern, besonders aus den Niederlanden, in Glückstadt ansiedelten. Wirtschaftlich bedeutend waren Zucker-, Salz- und Seifensiedereien, eine Ölmühle, eine Münze und der Walfang um Grönland. Glückstadt wurde Sitz kurzfristig einer Guineischen, Isländischen und Norwegischen Handelskompanie.

1649 wurde die Regierungskanzlei von Schleswig und Holstein von Rendsburg nach Glückstadt verlegt, und Glückstadt stieg zur Hauptstadt des Landes auf. Aufgrund dessen wurde Glückstadt 1845 an die Eisenbahnlinie Altona-Elmshorn-Kiel angeschlossen. 1867 wurde ein Amtsgericht eingerichtet, das bis 1982 bestand.

Bereits im 18. Jahrhundert war der wirtschaftliche Höhepunkt Glückstadts erreicht, und es zeigte sich, dass die Konkurrenz Hamburgs und Altonas zu stark war. Entscheidend war hierbei, dass die Schifffahrt durch die heute vor der Stadt in der Elbe liegende Sandbank behindert wurde und das tiefe Fahrwasser, westlich der Sandbank, in Richtung Hamburg erhalten blieb. Insgesamt war die Entwicklung Glückstadts deutlicher von Militär und Regierung geprägt als von Gewerbe und Handel. Später siedelten sich noch einige bedeutende Betriebe an, z.B. die Deutsche Bahn mit einem Eisenbahnausbesserungswerk und die Firma Gehlsen mit einem Sägewerk, allerdings schlossen einige der neuen Betriebe gegen Ende des 20. Jahrhunderts, darunter die genannten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verdoppelte sich die Einwohnerzahl durch den Zuzug von Flüchtlingen, v.a. aus Ostpreußen. Seit 1968 finden jährlich im Juni die Glückstädter Matjeswochen statt.