Glückstadt/cj – Ohne großen technischen Aufwand haben die Musiker von „Godewind“ in der Stadtkirche das Publikum in ihren Bann gezogen. Mit einem Unplugged-Konzert gaben sie einen Querschnitt durch die mittlerweile 28 Jahre gemeinsamen Musizierens.
„Wir haben die Lieder und Geschichten von früher nicht vergessen und auch nicht das Gefühl, ganz nah am Publikum zu sein“, erklärte Bandleader Larry Evers, die Idee zu den Unplugged-Konzerten, die „Godewind“ an den großen Konzertsälen vorvei, die sie ansonsten zu füllen im Stande sind, in Kirchen, kleinen Sälen und Clubs führen. Auch in Glückstadt haben die fünf Musiker es schnell verstanden, mit ihrem norddeutschen Sound das Publikum zu begeistern.
„Die traditionellen plattdeutschen Lieder sind ja immer ein bisschen melancholisch. Wir wollen aber, dass unsere Zuhörer mit einem Lächeln aus dem Konzert gehen und nicht mit Tränen in den Augen“, meint Larry Evers. Und getreu dieser Maxime war das Programm bunt gemischt und so gar nicht traurig.
Vor allem Sängerin Anja Bublitz faszinierte mit klarer Stimme sowohl bei den ruhigen Tönen als auch bei den rockigen Einlagen der Formation. Doch Sänger ist bei „Godewind“ eigentlich jeder. Und daneben spielen die Bandmitglieder insgesamt auch noch um die 30 Instrumente. Das Konzert in Glückstadt war unglaublich vielschichtig, das in einem Moment dem Publikum eine wohlige Gänsehaut bescherte und im nächsten mit flotten, rockigen Stücken kaum noch auf den Sitzen hielt.
Das ausgereifte Programm zeigte die knapp 30-jähre Bühnenerfahrung der Gruppe deutlich. Mit kleinen,selbstverständlich plattdeutschen Anekdoten lockerte Larry Evers die musikalische Reise durch Norddeutschland auf. So wurden die Geschichten über den friesischen Charakter und die vielleicht manchmal ein wenig sonderbar anmutende Lebensweise der hier an Küste und Meer lebenden Menschen nicht nur musikalisch erzählt, sondern auch immer wieder in witziger Form von kleinen Geschichten.
„Es war so toll, hier bei euch in Glückstadt in dieser wundervollen Kirche zu spielen, wir würden gern mal mit unserem Weihnachtsprogramm wiederkommen“, wünschte der Bandleader zum Schluss. „Das Wichtigste für uns ist, dass wir auch in Zukunft Menschen finden, die sich die Zeit nehmen, zuzuhören, so wie hier.“