Dienstag, den 02. März 2010

Freitag, den 19. Februar 2010

Mittwoch, den 10. Februar 2010

Donnerstag, den 17. Dezember 2009

DIENSTAG, 1. DEZEMBER 2009

Trompetenensemble Joachim Schäfer

begeisterten in der Stadtkirche

Begeisterten: mit ihrer Musik in der Stadtkirche Joachim Schäfer (li.)

      Arne Lagemann (re.)                                    Foto Angelika Wehrmann   

 

Glückstadt  Auch, wenn das Kirchenschiff nicht komplett gefüllt war, genossen die zahlreichen Besucher in der Stadtkirche ein Konzert von Weltklasse. Das Trompetenensemble Joachim Schäfer bot ein klanggewaltiges Musikerlebnis. „Die barocke Bauweise und die gute Akustik unserer Kirche fügen sich sehr ut zu diesem festlichen Konzert“, sage Pastor Thomas Christian Schröder in seiner Begrüßung.

Gespielt wurde „Weihnachtsmusik am sächsischen Königshof“. Dabei handelte es sich um Stücke von Marc-Antoine Charpentier, Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach und Jean Joseph Mouret. Dominiert wurdedas Konzert von den drei Piccolotrompeten um Joachim Schäfer, auch wenn diese bei Georg Philipp Telemanns Sonate in f-moll für Fagott und Basso continuo und auch bei Johann Sebastian Bachs Concerto in d-moll für Orgel und Basso continuo gar nicht zum Einsatz kamen. In den übrigen Stücken präsentierten die technisch versierten und doch sehr gefühlvollen Trompeter Joachim Schäfer, Arne Lagemann und Kiichi Yotsumoto ihr ganzes Können. Ebenso brillant waren auch die sie begleitenden Künstler Tan Kutay an den Pauken, Hiroko Tamura (Fagott), Norbert Wahren (Kontrabass) und Judit Izsak an der Orgel. Das Publikum wusste die glanzvolle Leistung des herausragenden Ensembles zu würdigen. Mit Applaus zur Pause und einem noch längeren Schlussapplaus gipfelte, bedankte es sich bei den Musikern.

Das Trompetenensemble Joachim Schäfer zeichnet sich neben dem hohen Können der verschiedenen Musiker vor allem durch deren Engagement für Musik jeglicher Art aus. So entstand nach dem ersten Treffen im Herbst 1999 ein Ensemble von hoher musikalischer Qualität, dem der Spaß am gemeinsamen Musizieren immer wieder anzumerken ist. Das Ensemble ist dementsprechend auch nicht auf ein bestimmtes Repertoire festgelegt. Originalwerke gehören genauso zu ihrem Repertoire wie Bearbeitungen von Werken aus der Renaissance, Barock, Romantik und Moderne, die Joachim Schäfer mit seinen Arrangements sich und seinen Kollegen teilweise förmlich auf den Leib schrieb. cj

Montag, den 19. Oktober 2009

Von rechts nach links: René Kollo, Organisten Nigel Hurley und Kantor Florian Hanssen

                                                                                                                         Foto: Angelika Wehrmann

 

Die Stadtkirche Glückstadt bot im strahlenden Kerzenlicht ein stimmungsvolles Ambiente für einen Weltstar. Begleitet von seinem Organisten Nigel Hurley gab René Kollo einem erwartungsvollen Publikum eine Sammlung seiner schönsten Stücke zum Besten.

Das Programm des charismatischen Starsängers „Ein Tag, ein Jahr, ein Leben“ lud  zu einer Reise durch seine musikalische Biografie ein. Im dezent beleuchteten Altarraum sang Kollo zu Beginn  „Auf der Heide blühen die letzten Rosen“ von Robert Stolz, auf den er später noch einmal mit dem Lied „Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde“ zurückkommen sollte. Kleine Geschichten und Anekdoten mit Erinnerungen an befreundete Komponisten ließen das Publikum schmunzeln und manches Lied wurde, wenn auch nicht mitgesungen, so doch mitgesummt. Den Heideliedern von Hermann Löns, für Kollo „kleine Perlen“, schloss sich die Arie „Immer nur lächeln“ aus Franz Lehárs romantischer Operette „Das Land des Lächelns“ an.

 „Caro mio ben“ von Giordani und Kirchenmusik von Händel und Bach war Musik, die in diesem Konzert nicht fehlen durfte. Und so interpretierte Kollo das abwechslungsreiche Programm mal mit weicher und mal mit kraftvoller Stimme.

Mit dem Chanson „Lieber Leierkastenmann“, – ein Hit der 50iger Jahre, erinnerte er an seinen Vater Willi Kollo.

Den zweiten Teil des Konzertes eröffnete der Chor der Stadtkirche. In drei Chorsätzen zeigte der Chor unter Leitung von Florian Hanssen sein Können. Die Sätze aus verschiedenen Epochen gliederten sich stimmig in das Programm ein. Hasslers „Nun fanget an ein guts Liedlein zu singen“, Brahms „In stiller Nacht“ und ein Satz des zeitgenössischen Komponisten Giacomo Mezzalira „Tantum ergo“ ließen das Publikum aufhorchen, denn der Chor präsentierte sich in einer besonderen Klangintensität und Präzision, die auch von René Kollo lobend hervorgehoben wurde.

„Selig sind, die Verfolgung leiden“ aus dem Evangelimann von Wilhelm Kienzl war ein nachdenklicher und aufrüttelnder Teil des Programms, der auch in unserer heutigen Zeit seine Aufmerksamkeit verdient. Dieses Stück wurde von Kollo mit besonderem Ausdruck und Leidenschaft gesungen und wurde somit zu einem Höhepunkt des zweiten Teils.

Als Abschluss sang er das Lied „Ein Tag, ein Jahr, ein Leben“, das ihm zum 70. Geburtstag „auf den Leib geschrieben wurde“. Als Zugabe wurde gemeinsam mit Chor und Publikum  eines der schönsten Volkslieder „Der Mond ist aufgegangen“ gesungen.

In einer charmanten und unterhaltsamen Weise führte Kollo selbst durch das Programm, was ihm das Publikum mit reichlich Applaus dankte.

Jürgen Böttcher

Glückstadt, den 11.10.2009

Donnerstag 24. September 2009

Artikel: Markus Tanneberger,            Foto: Angelika Wehrmann

Freitag, den 18. September 2009

Foto: Angelika Wehrmann, Glückstadt

Das Echnaton-Trio mit Thomas Brandl, Frank-Michael Guthmann und Sebastian Krunnies bie ihrem grandiosen Auftritt.

Trio Echnaton –

Ein erlesenes Hörerlebnis

Im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals spielte das Trio Echnaton in der Stadtkirche – und begeisterte.

Glückstadt – Der Auftritt des Trio Echnaton in der Glückstädter Stadtkirche war das Konzertereignis schlechthin. Und wer von seinem Platz aus das Trio mit Wolfram Brandel, Violine, Sebastian Krunnies, Viola, und Frank-Michael Guthmann, Violoncello, sehen konnte, erlebte auch visuell hochkonzentrierte Musiker mit Spielfreude und einer wunderbaren Ausstrahlung.

Das Schleswig-Holstein-Musik-Festival (SHMF) hatte das musikinteressierte Publikum fest im Griff. Der gute Besuch zeigte es. So waren es gleich die ersten Töne aus Ludwig van Beethovens Streichtrio Opus 9, Nummer 1, das die Hörer aufhorchen ließ. Gefühlvoll das Adagio und beinahe unmerklich der Übergang zum Allegro. Wer so musizieren kann, gehört auf die großen Podien der Welt.

Nach einem klanglich erregten Mittelteil kehrt alles in den anfänglichen Frieden des zweiten Satzes zurück. Das war ein erlesenes Hörerlebnis. Das Scherzo ist ein typischer scherzhafter Einfall Beethovens. Auch dieser Satz wunderbar musiziert. Keine vordergründige Interpretation sondern nach Innen gekehrt, hochkonzentriert und trotzdem immer mit einem Ausdruck von Leichtigkeit. Im letzten Satz, dem Presto, zeigte das Trio zunächst eine stürmische Ausgelassenheit, die in der Mitte des turbulente Geschehens in eine lyrische Melodie mündet. Aber immer wieder bricht eine quirlige Lebendigkeit durch. Stürmischer Applaus holte auch die Zuhörer auf die Kirchenbank zurück, die sich der drückenden Hitze dank dieser Interpretation gedanklich weit entfernt hatten.

Damit nicht genug: Der zweite Teil des Konzertes zog alle Register in Farbigkeit und Ausdruck. Wer kennt nicht die so genannten Goldbergvariationen. Vom russischen Gesandten in Dresden, Graf von Keyserlingk, bei Johann Sebastian Bach für seinen Cembalisten Goldberg bestellt, komponiert der Thomaskantor „einige Clavierstücke“, die sanft und mit etwas munterem Charakter sein sollten. So sollten diese Stücke die schlaflosen Nächte des Grafen ein wenig aufheitern.

Nicht etwa der Auftraggeber war mit einem Widmungsauftrag bedacht worden, sondern „Denen Liebhabern zur Gemüths-Ergetzung“. Auf dem Cembalo gespielt, ist es eine große Herausforderung für jeden Interpreten. Die meist dreistimmigen Sätze sind technisch schwer, oft schwierig in den einzelnen Stimmen zu verfolgen.

Der russische Geiger und Dirigent Dmitry Sitkovetsky hat dieses Werk 1984 fast notengetreu auf drei Streichinstrumente übertragen. Die musikalischen Farben auf einem zweimanualigen Cembalo sind begrenzt und lassen nur gewisse Terrassendynamik zu. Anders ist es bei Streichinstrumenten. Und noch anders ist es wenn diese von den Mitgliedern des Echnaton Trios gespielt werden.

Es ist kaum zu glauben, dass die Interpreten in der Lage sind, aus ihren Instrumenten all diese Register zu ziehen. Eine riesige Palette an Nuancen tat sich da auf. Durchsichtig gestaltet und jede Stimme gut hörbar. Ein Meisterwerk Bachs, eine Meisterleistung des Trios Echnaton.

Die Zuhörer in der Stadtkirche waren der Wärme und dem sich draußen zusammenbrauenden Wetter in eine hohe musikalische, geistige Ebene entrückt. Nach der Wiederholung der Aria am Schluss der 30 Variationen blieb es lange still und hochkonzentriert, bevor der Applaus ausbrach.

Da blieb kein Wunsch an die Künstler offen – außer an eine Zugabe vielleicht. Die hätte allerdings den überragenden Eindruck der Goldbergvariationen geschmälert.

GERHARD URBIGKEIT